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Ich teile diese Bewunderung nicht!
• • • • • (bewertet mit 2 von 5 Punkten)
Ich schreibe eigentlich nie Rezensionen, aber jetzt muss ich die gemobbten Ein-Sterner einfach mal supporten.
Offensichtlich gab es in der alten Welt nur Menschenaffen und Tapire. Und natürlich einen Leoparden. Die Idee mit dem Monolithen an sich fand ich aber schon einmal echt gut. ^^ Aber wenn man den Rest so verschandelt, kann ich auch nichts machen. Ein Fehler ist übrigens auch, dass gesagt wird, dass die Zusammensetzung des Monolithen unklar ist. Denn dann kann man sein Alter (4 Millionen Jahre) nicht bestimmen. Dafür brauch man einen Isotopentest und muss wissen, mit welchem Element man arbeitet.
Die Physik ist im Übrigen nicht akzeptabel. Astronauten springen ohne Sicherung aus der Sonde über hunderte von Metern an die Schüssel. Die Stuardess wird mit "Grip Shoes"... eher Ballettschühchen auf dem Boden gehalten. Wenn die Besatzung im Gleiter über die Mondoberfläche fliegt (dieses kleine Ding, wo kein Generator reinpasst) bewegt sie sich ganz normal und macht dann in der nächsten Szene im Raumanzug den Moonwalk.
Das Magnetfeld war auf den Jupiter ausgerichtet? Magnetfeldlinien haben keinen Anfang und kein Ende, anders als E-Felder. Die Planetenkonstellation ändern sich zudem außerdem dauernd. Was sollte das also für ein Zeichen sein?
Und wer zur Hölle schickt eine bemannte Mission zu einem Gasriesen? Und wer zur Hölle programmiert eine Maschine, die von sich selbst sagt, dass die 100%ig unfehlbar ist? Niemand würde das!
Das Schiff Discovery für die Jupitermission war so schlecht konstruiert, allein von seiner Geometrie. Vorn die Dicke Kugel und dann kommt ein langer dünner Stab mit vielen Einschnürungen. Alles gute potentielle Bruchstellen. Und das wäre das Schiff auch in Realität... Es wäre astrein durchgebrochen.
Auch die Stasis bei 3 °C ist unrealistisch. Bei diesen Temperaturen katalysiert kein Enzym mehr vernünftig. Auch war Eis auf dem Inneren der Scheibe zu sehen. Wasser gefriert erst bei 0 °C, da der Mensch salzig ist, müsste der Gefrierpunkt sogar noch tiefer liegen. Sollte die Kapselhülle maschinell noch stärker gekühlt sein, erleidet der Mensch in Stasis Erfrierungen.
Es kamen in diesem Film einfach dauernd Szenen, wo ich mir dachte: "Oh Mann!" Dass der Computer durch das Sondenfenster Lippen lesen kann, war so klar. Da ist natürlich keiner der beiden drauf gekommen.
Ich gestehe ein, dass Menschen diesen Film unterhaltsam finden können und dass er ihnen Freude bereitet. Ich spreche diesem Film aber ab, künstlerisch wertvoll zu sein. Lediglich die Art wie HAL 9000 agiert könnte maximal, eventuell etwas Kritik an der Gesellschaft bezüglich Durchsetzung ihrer Ziele, ihrer Prioritäten und der Umgang mit KI sein. Aber das hat die Alien-Reihe auch damals schon gemacht. Man sieht eben, wie der Mensch zuerst die Technik regiert und nun auf einmal die Technik den Menschen regiert, im evolutionären Verlauf. Das ist nun wirklich kein Tiefgang und erfordert keinen Weitblick. Jeder hat eine natürliche Angst vor übermächtiger künstlicher Intelligenz. (Ich meine das nur, weil einige schrieben, dass er seiner Zeit voraus gewesen sei.)
Das Farbspiel zum Schluss soll anscheinend darstellen, wie man einer absolut überlegenen Rasse begegnet. Diese ist so hochentwickelt, dass sie sich uns nicht begreiflich machen kann. Wie bei Mothman... "Versuchen Sie mal einem Kakerlak zu erklären, wer Sie sind." Das Leben von Bowman wird stellvertretend für die Menschheit nochmal in allen Stadien gezeigt und im Kontext zum Universum gesetzt. Das versucht Kubrick alles mit irren Farbspielen und einem riesigen Fetus im All bildlich umzusetzen. Gefällt mir gar nicht.
Der Grundgedanke, dass anderes intelligentes Leben sich ganz anders entwickelt hat als unseres, dass wir es nicht mit den uns bekannten Maßstäben begreifen können, dass es ganz andere Werte und Logik besitzt, ist korrekt, aber meiner Meinung nach mit diesen Bildern einfach völlig untreffend dargestellt. Dieser surreale Raum in welchem sich alles abspielt zerstört meiner Meinung nach die Atmosphäre, da er am Wesentlichen vorbeischrammelt.
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Ein wesentlicher Logikfehler war für mich außerdem die Programmierung von HAL 9000 - im Speziellen seine Priorität. Es war von hoher Priorität, dass die Crew erst von den Monolithen weiß, wenn sie am Jupiter angekommen ist. Wozu? Hätte sie diese Information nicht sogar noch motiviert? Weiterhin war es von Priorität für die Mission, dass HAL 9000 nicht abgeschaltet werden darf (so HAL 9000 Argumentation, als Bowman bittet, die Schleuse zu öffnen). Warum? Die Discovery is auch ohne HAL 9000 sehr gut angekommen. Warum sollte überhaupt jemand einen Schiffscomputer erschaffen, der Angst vorm Abschalten hat? Das bringt nur Nachteile und Ärger , ich kenne nicht einen Vorteil und keinen Investor, der für so was bezahlt.
Warum hat die Sache mit den Monolithen überhaupt der Geheimhaltung unterlegen? Würden Sie etwa in Panik verfallen, wenn man ein Zeichen findet, dass vor 4 Millionen Jahren mal eine andere Rasse etwas für uns hinterlassen hat? Ich nicht! Warum hat man die Sache mit der Epidemie als Alibi erfunden? Würden Sie in Panik verfallen, wenn Sie wüssten, dass eine Epidemie unbekannten Ursprungs auf einer Mondbasis ausgebrochen ist? Ich schon!
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Na gut, Sie werden von meinem Roman auch mal langsam satt sein. Könnte noch mehr schreiben, aber ich denke die wichtigsten Argumente habe ich vermitteln können. Ich wollte einfach mal zeigen, dass der Film ganz andere Macken hat, als dass er "langatmig" oder "langweilig" ist. Ich fand die Länge vollkommen ok. Ich bin es gewöhnt mich lange auf Materie einzulassen. Aber dieser Film hat in meinen Augen nicht viel vermittelt, was ich nicht schon woanders besser gesehen habe. Ich habe 2 Sterne gegeben, weil ich mich stellenweise trotzdem unterhalten gefühlt habe.
Ich z.B. finde Battlestar Galactica sehr gut, auch nun den neuen Spin-Off Caprica. Diese sind Serien, die eine sehr tiefgründige Handlung mit Charakterdarstellung ausführen.
Es wird ja sicherlich ein paar Antworten zu der Rezension geben. Ich werde sie sogar lesen. ^^ Bis dann.
Eine Rezension von B. Kropp "verrückter Biochemiker" >
vom 7. März 2010 | | | | | | | |
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