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Absolutes Muss
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Dass die Ilias ein Klassiker ist, sollte Grund genug sein, sie zu lesen. Bei mir hat sie einen tiefen Eindruck hinterlassen: Zu lesen und zu verstehen wie weit die Zivilisation schon vor 3000 Jahren war und wie ähnlich uns die Menschen jener Zeit mit Ihren Macht- und Ränkespielchen waren, ist sehr prägend. Sie waren also keineswegs grobschlächtige Barbaren, sondern sehr detailliert denkende Menschen, die allerdings auch sehr grausam waren. Aber weder daraus wird ein Hehl gemacht, noch dass sie nur unverholen auf ihren Vorteil aus waren: Zum Beispiel ist Helena nur Anlass zum Krieg. Der eigentliche Grund ist, die Rechtümer der Stadt auszurauben. Oder Achilles, der das Wohl des ganzen Heeres auf das Spiel setzt wegen entgangener Beute und gekränktem Stolz. Der sich allerdings auch nicht zu Schade ist, seinen Stolz zu verkaufen, wenn der Preis stimmt. Oder dass jeder der Heerführer nur dabei ist, weil Aussicht auf Beute da ist. Alles in allem sehr Zeitgemäß.
Noch ein Hinweis zu guter Letzt: Wer hofft Details über das Trojanische Pferd und den Fall von Troja zu lesen, wird enttäuscht. Die Geschichte hört weit vorher auf.
Eine Rezension von Ein Leser und ein Sammler > Bayern
vom 27. August 2006 |